In 30 Sekunden
- Ein Tuch reicht: Geschirrtuch, Schal oder Halstuch. Zwei Knoten, fertig, ganz ohne Klebstreifen.
- Die Verpackung wird Teil des Geschenks: Das Tuch, das Glas oder der Korb bleibt bei der beschenkten Person.
- Glänzendes Geschenkpapier mit Glitzer oder Folie gehört in den Kehricht, nicht ins Altpapier.
- Statt Papierschildchen: ein Anhänger mit Namen, der danach am Schlüsselbund weiterlebt.
Warum ohne Geschenkpapier?
Geschenkpapier ist nach wenigen Sekunden aufgerissen. Viele Sorten sind beschichtet, glänzen oder haben Glitzer und Metallfolie. Solches Papier gehört in der Schweiz in den Kehricht und nicht ins Altpapier. Ins Altpapier darf nur einfaches, unbeschichtetes Papier ohne Band und Klebstreifen.
Ein einfacher Test: Knüll das Papier in der Hand zusammen. Bleibt es zerknüllt, ist es meist einfaches Papier. Springt es wieder auf oder glänzt es, ist es beschichtet.
Aber es geht nicht nur um Abfall. Eine Verpackung ohne Papier sieht persönlicher aus, kostet oft nichts und wird selbst zum kleinen Geschenk. Und du musst nie wieder am 24. Dezember um 17 Uhr Klebstreifen suchen.
| Das hast du wahrscheinlich zu Hause | Passt für |
|---|---|
| Geschirrtuch, Schal, Halstuch | Schachteln, Bücher, Flaschen |
| Einmachglas mit Deckel | Guetzli, Tee, Gewürze, Badesalz, kleine Geschenke |
| Blechdose, Guetzlidose | Selbstgebackenes, Schmuck, Gutscheine |
| Schuhschachtel, Kartonschachtel | Alles, was kippen oder zerbrechen kann |
| Stoffbeutel, Turnsack, Kissenbezug | Spielsachen, Kleider, unförmige Geschenke |
| Korb, Harass, Blumentopf | Genussgeschenke, mehrere kleine Dinge |
Die Tuch-Technik: Schachtel in 2 Minuten einpacken
In Japan heisst diese Art zu verpacken Furoshiki. Du brauchst nur ein quadratisches Tuch. Faustregel: Das Tuch sollte etwa dreimal so breit sein wie die Schachtel. Für ein Buch oder eine kleine Schachtel reicht ein Tuch von 50 cm, für grössere Geschenke nimm 70 bis 90 cm. Ein grosses Geschirrtuch ist oft genau richtig.
- Tuch ausbreiten, die schöne Seite nach unten, wie ein Quadrat auf der Spitze.
- Schachtel in die Mitte stellen, gerade, nicht schräg.
- Die untere Ecke über die Schachtel legen und den Rest darunter einschlagen.
- Die obere Ecke darüberlegen. Ist sie zu lang, ebenfalls unter die Schachtel stecken.
- Die zwei seitlichen Ecken hochnehmen und oben in der Mitte zu einem Knoten binden. Zweimal knoten, damit er hält.
- Die Enden auszupfen, damit sie wie zwei Hasenohren stehen. Jetzt kannst du einen Zweig oder einen Anhänger in den Knoten stecken.
Tipp: Dünne, weiche Stoffe wie Baumwolle oder Leinen lassen sich viel besser knoten als dicke Frottiertücher.

Eine Flasche im Tuch verpacken
Eine Flasche Wein, Sirup oder eine Thermosflasche lässt sich in Papier kaum schön einpacken. Im Tuch geht es leicht. Nimm ein Tuch von etwa 70 cm.
- Tuch zum Dreieck falten, die Spitze zeigt von dir weg.
- Flasche quer auf die lange Kante legen und die Flasche im Tuch bis zur Spitze aufrollen.
- Flasche aufstellen. Unten das Tuch flach unter den Boden drücken.
- Die zwei Enden nach oben zum Flaschenhals ziehen, einmal um den Hals wickeln und mit einer Schleife binden.
Das funktioniert auch mit einer Thermosflasche mit Namen. Dann packst du gleich zwei Geschenke ein: Die Flasche wärmt im Winter den Tee, das Tuch wird zum Geschirrtuch.

5 Fehler beim Verpacken mit Tuch
- Das Tuch ist zu klein. Dann reichen die Ecken nicht für einen Knoten. Lieber ein Tuch zu gross als zu klein, der Rest lässt sich einschlagen.
- Der Stoff ist zu dick. Frottee und Wolldecken geben dicke, runde Knoten. Dünne Baumwolle oder Leinen sieht viel sauberer aus.
- Die Schachtel steht schräg. Dann zieht das Tuch auf einer Seite. Nimm dir zehn Sekunden, um die Schachtel genau in die Mitte zu stellen.
- Der Knoten ist nur einfach gebunden. Beim Tragen geht er auf. Immer zweimal knoten.
- Das Lieblingstuch wird verschenkt. Wenn du das Tuch zurückmöchtest, sag es mit einem Satz auf der Karte. Sonst gilt es als Teil des Geschenks.
12 Ideen für Geschenke ohne Papier
- Geschirrtuch: Für alle, die gern kochen. Das Tuch ist Verpackung und Geschenk zugleich.
- Schal oder Halstuch: Für den Winter perfekt. Darin ein Buch oder Handschuhe, und schon hast du ein Set.
- Einmachglas: Guetzli, Tee, heisse Schoggi zum Anrühren oder eine Backmischung schichten. Ein Stück Stoff über den Deckel, Schnur darum, fertig.
- Blechdose: Eine alte Guetzlidose hält Selbstgebackenes frisch und wird im Januar zur Nähdose oder zum Schatzkästchen.
- Schuhschachtel, von den Kindern bemalt: Ein Nachmittag mit Farben, und Grosi bekommt ein Einzelstück.
- Stoffbeutel oder Turnsack: Ideal für Spielsachen. Kinder dürfen ihn danach behalten.
- Kissenbezug: Für grosse, unförmige Geschenke wie Plüschtiere oder Kleider. Oben mit einer Schnur zubinden.
- Korb oder Harass: Für ein Genuss-Geschenk mit Käse, Wurst, Brot und einer Flasche. Ein Tuch obendrauf, kein Papier nötig.
- Blumentopf: Samen, Gartenhandschuhe und eine kleine Schaufel hinein. Ein Geschenk für den Frühling, schon im Dezember.
- Zeitung, alte Landkarte, Notenblätter: Kein Geschenkpapier, aber Papier, das sonst ohnehin weggeworfen wird. Eine Landkarte vom Ferienort oder von zu Hause wirkt besonders persönlich.
- Schachtel in der Schachtel: Für Neugierige, die immer schon wissen, was drin ist. Drei Schachteln ineinander, jede mit einer Schnur.
- Gar keine Verpackung, sondern eine Schatzsuche: Für das Velo, das nicht unter den Baum passt. Ein Zettel führt zum nächsten, der letzte in den Keller.

Schmuck ohne Plastik: Was statt Band und Schleife?
- Schnur statt Geschenkband: Jute, Baumwolle oder Wolle von einem Knäuel, das noch herumliegt.
- Aus dem Wald: Tannenzweig, Tannzapfen, ein Zweig mit Beeren. Beim Sonntagsspaziergang gesammelt.
- Aus der Küche: Zimtstange, Sternanis, getrocknete Orangenscheiben. Die Orangen trocknest du dünn geschnitten bei tiefer Temperatur im Ofen, je nach Dicke einige Stunden.
- Ein Guetzli am Band: Ein Mailänderli mit Loch, vor dem Backen mit einem Röhrli ausgestochen.
Ein Namensschild, das bleibt
Das Papierschildchen landet nach dem Auspacken im Abfall. Ein kleiner Anhänger aus Holz oder Leder mit dem Namen der beschenkten Person bleibt. Er zeigt unter dem Baum, wem welches Geschenk gehört, und hängt danach am Schlüsselbund, am Rucksack oder als Glasmarker am nächsten Fest.
Bei uns gestaltest du einen Schlüsselanhänger aus Holz mit Namen und Motiv, hinten mit einem Spruch, für CHF 9.90. Für grosse Familien gibt es den Familien-Anhänger mit allen Namen. Und wenn der Name selbst der Anhänger sein soll: Die Geschenkanhänger mit Namen sind ein Stück aus Holz oder Acryl, im Set ab 3 Stück. Ideen dazu im Ratgeber Geschenkanhänger personalisiert.
Eine neue Familien-Tradition: das Wander-Tuch
Ein schöner Brauch für Familien und Freundeskreise: Ein besonderes Tuch geht jedes Jahr weiter. Wer an Weihnachten ein Geschenk darin bekommt, packt nächstes Jahr ein Geschenk für jemand anderen darin ein. Schreib in die Karte: «Dieses Tuch wandert. Nächstes Jahr bist du dran.» So erzählt das Tuch nach ein paar Jahren eine Familiengeschichte.
Noch ein Tipp für grosse Familien: Jede Person bekommt eine eigene Tuchfarbe. Dann sieht man unter dem Baum sofort, was wem gehört, und die Kinder müssen nicht lesen können.
Mit Kindern verpacken
Kinder packen gern selbst ein, aber Klebstreifen und Papier enden oft im Chaos. Ohne Papier geht es leichter:
- Schachteln bemalen: Eine alte Schuhschachtel mit Farbe, Stempeln oder Fingerabdrücken wird zum Unikat. Am besten ein paar Tage vorher, damit alles trocknen kann.
- Stoffbeutel bemalen: Mit Stofffarbe aus dem Bastelgeschäft. Der Beutel wird danach zum Turnsack oder Znüni-Säckli.
- Die Schleife übernehmen die Kinder: Das Tuch knotest du, die Kinder stecken Zweige, Zimtstangen oder einen gemalten Stern in den Knoten.
- Für kleine Neugierige: Geschenke für Kinder in einen Kissenbezug stecken und oben zubinden. Ertasten ist erlaubt, Hineinschauen nicht.
Geschenke ohne Papier verschicken
Ein Tuch schützt nicht vor Stössen. Für den Versand packst du das eingewickelte Geschenk in eine Kartonschachtel. Die Lücken füllst du mit zerknüllter Zeitung, Holzwolle oder Wellkarton. So kommt alles heil an, und alles darf danach ins Altpapier. Für Pakete innerhalb der Schweiz nennt die Post für Weihnachten 2026 diese letzten Termine: PostPac Economy bis 22. Dezember, PostPac Priority bis 23. Dezember. Sicherer ist es, ein paar Tage früher zu verschicken.