In 30 Sekunden
- Geschenk: Passend zu dem, was jetzt Platz hat. Wandern, Velo, Garten, Reisen oder Zeit mit den Enkeln.
- Wer schenkt: Die Firma schenkt offiziell, das Team legt für etwas Persönliches zusammen. Beides darf sein.
- Apéro: Eine Stunde reicht. Kurze Rede, Übergabe, anstossen, Zeit zum Plaudern.
- Worte: Dank für Konkretes, eine gemeinsame Erinnerung, ein guter Wunsch. Keine Witze übers Alter.
Geschenkideen nach Typ
Das beste Geschenk passt zu dem, worauf sich die Person freut. Viele sagen es schon Monate vorher: «Dann gehe ich endlich mehr wandern» oder «Dann habe ich Zeit für die Enkel». Hör in den letzten Wochen gut zu. Oft liegt die Idee schon in einem Nebensatz in der Kaffeepause.
| Typ | Geschenkidee | Persönliche Note |
|---|---|---|
| Wanderer | Gutschein für eine Bergbahn, Wanderführer der Lieblingsregion, Thermosflasche für unterwegs | Eine Liste mit Wandervorschlägen der Kolleginnen und Kollegen |
| Velofahrer | Velotaschen, gute Velolampe, Trinkflasche, Gutschein für den Velo-Service | Eine Route, die das Team gemeinsam vorschlägt, ausgedruckt auf einer Karte |
| Garten | Gutes Werkzeug, ein Obstbaum, Gutschein für die Gärtnerei, Hochbeet | Ein Baum oder Strauch, der mit den Jahren wächst, als Erinnerung ans Team |
| Reisen | Reiseführer, Bahn-Gutschein, Reisetasche, ein Tag mit dem Schiff auf einem Schweizer See | Jede Person im Team schreibt einen Tipp für ein Ausflugsziel dazu |
| Enkel | Ausflug in einen Tierpark, Spiele für Gross und Klein, ein Fotobuch | Ein Familien-Anhänger mit den Namen der Enkel |
| Geniesser | Ein Abendessen im Lieblingsrestaurant, Käse und Wein aus der Region | Ein Gutschein, der zu zweit eingelöst wird |
Gute Geschenke zur Pensionierung haben oft drei Dinge gemeinsam: Sie werden im neuen Alltag gebraucht, sie erinnern an die Zeit im Betrieb, und sie tragen den Namen der Person. Darum sind Erlebnisse und Dinge für draussen so beliebt. Eine Schreibtischlampe für das Büro braucht jetzt niemand mehr.
Ein Beispiel: Für einen Kollegen, der viel wandert, passt eine Thermosflasche mit Namen. Vorne steht sein Name mit einem Motiv, zum Beispiel einem Berg oder Kompass, hinten euer Gruss vom Team, etwa «Danke für 30 Jahre» oder «Endlich Zeit für mehr». Dazu ein Schlüsselanhänger aus Holz für den neuen Schlüsselbund ohne Büroschlüssel. War jemand ein Leben lang Schreinerin, Elektriker oder Pflegefachfrau, gibt es auch die Berufe-Flasche mit zwölf Berufsmotiven. Weitere Ideen zur Gravur findest du auf unserer Seite Geschenke zur Pensionierung.

Geschenk vom Arbeitgeber oder vom Team?
Bei einer Pensionierung schenken oft zwei Seiten: die Firma und das Team. Das ist kein Widerspruch. Die beiden Geschenke haben eine andere Aufgabe.
- Vom Arbeitgeber: Ein offizieller Dank für die Jahre im Betrieb. Er kommt meist von der Geschäftsleitung oder der vorgesetzten Person, zusammen mit einer Karte und ein paar Worten beim Apéro. Viele Betriebe haben dafür eine feste Regel, zum Beispiel einen Betrag je nach Dienstjahren.
- Vom Team: Persönlicher und oft mit einem Augenzwinkern. Das Team weiss, wer gerne Velo fährt, wer den Garten liebt und wer jeden Montag von den Enkeln erzählt.
Sprecht euch kurz ab, damit nicht zweimal das Gleiche auf dem Tisch liegt. Eine einfache Aufteilung: Die Firma übernimmt den Apéro und ein grösseres Geschenk, das Team etwas Kleines mit persönlicher Note.
Zu den Steuern: Sachgeschenke bis CHF 500 pro Person gehören laut Wegleitung nicht auf den Lohnausweis. Details stehen im Ratgeber Mitarbeitergeschenke steuerfrei.
Sammelgeschenk organisieren
Ein Sammelgeschenk ist schnell besprochen und dann doch oft im letzten Moment gekauft. Mit diesem Ablauf bleibt es entspannt. Plane etwa drei bis vier Wochen vor dem letzten Arbeitstag.
- Eine Person übernimmt. Sie sammelt Ideen, Geld und Unterschriften. Zwei Personen gehen auch, mehr wird kompliziert.
- Ideen sammeln, dann entscheiden. Zwei oder drei Vorschläge zur Auswahl genügen. Eine offene Umfrage mit zwanzig Ideen führt zu keinem Ergebnis.
- Betrag freiwillig halten. Ein Richtwert hilft, zum Beispiel 10 oder 20 Franken. Wer weniger geben möchte, unterschreibt trotzdem auf der Karte. Niemand muss sagen, wie viel er gegeben hat.
- Bargeld oder Twint. Ein Couvert im Büro für alle, die bar zahlen, dazu eine Twint-Nummer für die anderen.
- Karte rechtzeitig herumgeben. Die Karte braucht im Betrieb mehrere Tage, bis alle unterschrieben haben, besonders bei Schichtarbeit oder Teilzeit.
- Früh bestellen. Bei einer Gravur rechnest du mit 1 bis 3 Werktagen für die Gravur und 1 bis 3 Werktagen mit der Post. Eine Woche Reserve schadet nicht.
Nachricht an das Team zum Kopieren
Hallo zusammen
Am [30. November] hat [Ruth] ihren letzten Arbeitstag. Wir möchten ihr gemeinsam etwas schenken.
Idee: [eine Thermosflasche mit Namen und unserem Gruss, dazu ein Gutschein für die Bergbahn].
Wer mitmachen möchte, gibt bis [20. November] einen Beitrag nach eigenem Ermessen, als Richtwert [20 Franken]. Couvert bei [Marco] am Empfang oder per Twint an [079 000 00 00].
Die Karte liegt ab [Montag] bei [Marco]. Bitte nicht verraten.
Danke und liebe Grüsse, [Sandra]
Mehr Ideen für kleinere Anlässe im Büro findest du im Ratgeber Geschenk für Kollegen.
Den Abschiedsapéro planen
Ein Abschiedsapéro muss nicht gross sein. Wichtig ist, dass alle kommen können und dass die Person im Mittelpunkt steht, ohne sich unwohl zu fühlen. Frag sie vorher, ob sie lieber eine kleine Runde im Team möchte oder einen Apéro mit dem ganzen Betrieb. Manche Menschen möchten keine Rede über sich hören. Das gilt es zu respektieren.
Ein guter Zeitpunkt ist der Nachmittag des letzten Arbeitstags oder ein Tag vorher. Am Freitag um 16 Uhr kommen meist mehr Leute als am Abend nach Feierabend. Eine Stunde genügt.
| Zeit | Was passiert | Tipp |
|---|---|---|
| 16.00 | Ankommen, erstes Glas | Auch Alkoholfreies und Mineralwasser bereitstellen |
| 16.10 | Kurze Rede der vorgesetzten Person | Höchstens drei bis vier Minuten |
| 16.15 | Ein paar Worte vom Team | Eine Person spricht für alle, nicht fünf nacheinander |
| 16.20 | Übergabe der Geschenke und Karte | Zuerst das Geschenk der Firma, dann das vom Team |
| 16.25 | Anstossen, eventuell ein paar Worte der Person selbst | Nicht drängen, wenn sie nichts sagen möchte |
| 16.30 | Apéro und Gespräche | Fotos machen, aber nur, wenn sie das mag |
| 17.00 | Ausklingen | Wer will, bleibt länger |
Für das Essen reichen Brot, Käse, Trockenfleisch, ein paar warme Häppchen und etwas Süsses. Wenn die Person ein Lieblingsgericht oder einen Lieblingskuchen hat, gehört der auf den Tisch. Solche kleinen Zeichen werden oft länger erinnert als das grösste Geschenk.

Eine kurze Rede halten
Eine gute Abschiedsrede ist kurz und persönlich. Zwei bis drei Minuten reichen. Niemand möchte beim Apéro lange stehen, und die Person freut sich mehr über einen ehrlichen Satz als über eine lange Liste ihrer Stationen. So baust du die Rede auf:
- Begrüssung: Kurz alle willkommen heissen und sagen, warum ihr hier seid.
- Ein Rückblick: Seit wann die Person im Betrieb ist und was sie in dieser Zeit geprägt hat.
- Eine konkrete Erinnerung: Eine kleine Geschichte, die alle kennen. Sie sagt mehr als jedes Lob.
- Der Dank: Wofür genau? Für die Geduld mit den Lernenden, für das Wissen, für die Ruhe in hektischen Wochen.
- Der Wunsch: Was die Person jetzt vorhat, zum Beispiel Wandern, Reisen oder Enkel, und dafür alles Gute.
- Übergabe: Geschenk überreichen und das Glas erheben.
Kurze Rede zum Anpassen
Liebe [Ruth], liebe Kolleginnen und Kollegen
Heute verabschieden wir [Ruth] nach [28 Jahren] bei uns. Sie hat in dieser Zeit [die Buchhaltung aufgebaut und unzählige Lernende begleitet].
Ich erinnere mich noch gut an [den Winter, als die Heizung ausfiel und Ruth für alle Tee gekocht hat]. Genau so kennen wir sie: Wenn es schwierig wird, ist sie da.
Liebe [Ruth], danke für [deine Ruhe, dein Wissen und deine Geduld]. Du wirst uns fehlen.
Wir wissen, dass du jetzt [mehr wandern und viel Zeit mit deinen Enkeln verbringen] möchtest. Dafür wünschen wir dir alles Gute, gute Gesundheit und viele schöne Tage.
Und jetzt: Auf [Ruth]!
Tipp: Sprich die Rede vorher einmal laut. Stell dir eine Uhr. Was länger als drei Minuten dauert, kürzt du.
Kartentexte zum Kopieren
Auf die Karte gehören ein paar ehrliche Sätze. Wenn viele unterschreiben, steht oben ein gemeinsamer Text, darunter schreibt jede Person einen kurzen Gruss. Hier sind Vorlagen für verschiedene Absender.
Vom ganzen Team
Liebe [Ruth]
Nach [28 Jahren] geht ein Stück [Buchhaltung] mit dir. Danke für deine Hilfe, deine Geduld und die vielen Kaffeepausen.
Wir wünschen dir viele Wandertage, gute Gesundheit und Zeit für alles, was bisher zu kurz kam.
Dein Team
Von der Firma, in der Sie-Form
Liebe Frau [Keller]
Im Namen der Geschäftsleitung danken wir Ihnen herzlich für [28 Jahre] Einsatz, Treue und Fachwissen. Sie haben unseren Betrieb mitgeprägt.
Für Ihren neuen Lebensabschnitt wünschen wir Ihnen gute Gesundheit und viele schöne Erlebnisse.
Mit herzlichen Grüssen, [Vorname Name], [Firma]
Kurz und persönlich
Lieber [Hans]
Jetzt hast du endlich Zeit für [dein Velo].
Danke für alles, du wirst uns fehlen.
[Sandra]
Für jemanden mit Humor
Lieber [Hans]
Ab Montag bist du der Chef von deinem eigenen Kalender.
Wir hoffen, du planst darin auch ein Znüni mit uns ein.
Alles Gute, dein Team
Wer das Geschenk mit einer bleibenden Karte ergänzen möchte: Zu jedem Geschenk aus unserer Werkstatt kann eine schwarze Metallkarte im Visitenkartenformat dazu, mit eigenem Text bis 4 Zeilen, für CHF 2.90. Grössere Betriebe, die mehrere Pensionierungen im Jahr haben, finden eine Thermosflasche mit Logo ab 1 Stück.
Was du besser vermeidest
Ein Abschied ist für viele ein emotionaler Moment. Manche freuen sich nur, andere sind auch etwas unsicher, wie die freien Tage aussehen werden. Diese Fehler passieren oft:
- Witze übers Alter: Gehstock, Lesebrille oder «Jetzt bist du alt» sind nicht lustig, auch wenn sie gut gemeint sind. Die Person ist nicht alt geworden, sie hat nur aufgehört zu arbeiten.
- Scherzgeschenke: Ein Schaukelstuhl oder ein Kreuzworträtsel-Buch als Gag landen meist im Keller. Besser etwas, das wirklich gebraucht wird.
- Zu lange Reden: Drei Reden à zehn Minuten sind für alle anstrengend, auch für die Person im Mittelpunkt.
- Peinliche Geschichten: Was im Team lustig war, ist vor der ganzen Firma und vor der Familie oft unangenehm.
- Druck beim Sammeln: Niemand soll sich gedrängt fühlen, einen bestimmten Betrag zu geben.
- Fragen nach dem «Und jetzt?»: Nicht alle haben schon einen Plan. Ein Wunsch ist schöner als eine Frage.
- Die Person vergessen, die nicht feiern will: Auch ohne Apéro gehört eine Karte und ein persönliches Danke dazu.